Was die Liechtensteiner von Beruf sind
Monteure gegen Millionäre
Text: Erik Rossel Bild: Imago
Wenn die deutsche auf die Liechtensteinische trifft, prallen auch zwei Welten aufeinander: Hier die Top-Stars, dort die Hobby-Fußballer. Wir sagen Euch, was Yves Oehri, Ronny Büchel und Co. hauptberuflich machen.

Am Samstag kommt es im Rheinparkstadion in Vaduz zu einem ungleichen Duell. Die Auswahl des 82-Millionen-Landes Deutschland spielt zum dritten Mal gegen die besten Fußballer unter 34 000 Liechtensteinern. Während die Profispieler aus der Bundesrepublik ihren Arbeitstag in Trainingstempeln wie der Säbener Straße 51 verbringen und dabei auch noch gar nicht so schlecht verdienen, muss ein Großteil der Spieler aus dem Zwergstaat sich andere Wege suchen, um über die Runden zu kommen.

Martin Telser zum Beispiel ist Verteidiger beim FC Balzers. Wenn der 29-Jährige nicht Fußball spielt, arbeitet er als Sanitärmonteur. Sein Länderspiel-Debüt gab er übrigens am 4. Juni 1996 beim 1:9 gegen Deutschland.
Ein anderes Beispiel ist Fabio D’Elia vom USV Eschen-Mauren. Mit 25 Jahren hat er schon 42 Einsätze in der Nationalmannschaft absolviert. Einem Beruf geht der Abwehrspieler trotzdem noch nach: Sein Geld verdient er nicht mit Werbespots oder Champions-League-Einsätzen, sondern als Polymechaniker.
Einer der Dauerbrenner im Team der Liechtensteiner ist Thomas Beck. Auch er verbringt seine Achtstundentage nicht zwischen Spielfeld, Whirlpool und Tischtennisplatte. Beck arbeitet als Kaufmännischer Angestellter. Der Stürmer erzielte in 62 Spielen fünf Tore für sein Land. Ob er am Samstag auch mit Metzelder und Co. ins Geschäft kommt, bleibt abzuwarten.
Andreas Gerster vom USV Eschen-Mauren arbeitet in der Branche, für die das Fürstentum berühmt ist. Gerster sorgt nicht nur im Mittelfeld für Bewegung. Hauptberuflich bewegt er Geld auf Bankkonten. Der 25-Jährige spielte bereits 32 Mal im Nationalteam.
Ronny Büchel dagegen bekommt vielleicht auch während seiner Arbeit mal die Gelegenheit, sich fit zuhalten. Der Fitnesstrainer, der ebenfalls beim USV Eschen-Mauren spielt, gab sein Debüt als 16-Jähriger beim 2:1-Erfolg gegen Aserbaidschan.
Roger Beck, der Bruder von Stürmer Thomas Beck, ist der Jurist in der Mannschaft. Seit fünf Jahren spielt der Mittelfeldmann vom FC Balzers für die Krone.
Mit Yves Oehri vom FC St. Gallen ist noch mal das Handwerk in der Auswahl des Fürstentums vertreten: Ein Verteidiger, der wirklich weiß wie man Zement anrührt. Oehri ist Maurer. Sein erstes Länderspiel machte der Verteidiger vor zwei Jahren beim 1:2 gegen Österreich.





